Der Irrsinn beim Zinsklau bei Banken

Hätten Sie gedacht, dass Banken falsch rechnen?

Regelmäßig werden Kunden bei der Zinsberechnung übers Ohr gehauen. Der Schaden der Verbraucher geht in die Milliarden. Es könnte jeden treffen, der seinen Dispo nutzt, sein Haus oder sein Betrieb mit Hilfe einer Bank finanziert hat. Die Kreditvergabe gehört zum Kerngeschäft der Banken. Doch bei der Zinsberechnung - egal ob ein Minus beim Girokonto oder bei der Immobilienfinanzierung - missbrauchen Banken das Vertrauen ihrer Kunden und rechnen falsch. Dass solche Manipulationen kein Einzelfall sind, belegte die akribische Recherche von Olaf Kumpfert. Es ist keine Seltenheit - bei kundennahen Volksbanken und Sparkassen ebenso wie bei Privatbanken. Da werden Buchungen falsch datiert, damit einige Tage mehr Zinsen kassiert werden. Es wird einfach die Kreditlinie heruntergefahren, damit Überziehungszinsen kassiert werden können. Oder es tauchen Zinsprovisionen auf, die in keinem Vertrag stehen. Und die Politik verschließt die Augen und die Bankenaufsicht fühlt sich nicht zuständig dafür.

Überzeugen Sie sich selbst und schauen Sie sich die Beiträge von Frontal21, Monitor...

von ZDF veröffentlicht: Banken Zins-Betrug
Frontal 21 ist auf der Spur: Zinsklau der Banken
Monitor berichtet:Zinsklau und systematische Fehlberechnungen
ZDF Zoom deckt auf:die Zinsfalle-wie Banken ihre Kunden abkassieren

Wenn Banker Tausende Euro an Zinsen einbehalten

siehe Handelsblatt Online - Streitfall des Tages

Immer wieder tricksen Banken bei der Abrechnung von Kreditkonten. Der Schaden summiert sich leicht auf Beträge in fünf- bis sechsstelliger Höhe. Wer Anspruch auf Nachzahlung hat und wie sich Kunden wehren können.
In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Der Fall

Ein hochrangiger Polizeibeamter im Dienst des Landes NRW nimmt mehrere Darlehen zur Finanzierung von Immobilien auf. Als ein Objekt verkauft wird, verrechnet seine Bank einen Teil des Erlöses direkt mit einem Darlehenskonto, welches vollständig zurückgeführt werden kann. Der Kunde bittet darum, statt des ursprünglichen ein anderes Konto auszugleichen. Die Bank lässt sich darauf ein. Es entsteht ein Streit. Der Kunde schaltet einen Anwalt ein und verpflichtet sich zunächst, alle Forderungen der Bank zu erfüllen, behält sich aber die Rückforderung von zu viel gezahlten Beträgen vor.


Serie "Streitfall des Tages"

Bevor er die Summe an die Bank überweisen will, entdeckt der Mandant der Kanzlei Baum, Reiter & Collegen Fehler in der Abrechnung. Seine Anwältin lässt daraufhin sämtliche Belege systematisch prüfen. Ergebnis: Es seien teilweise Vorfälligkeitsentschädigungen für Darlehenskonten falsch berechnet worden.
Im Zusammenhang mit der Sondertilgung habe die Bank zudem die neuen Raten nicht korrekt kalkuliert. Außerdem hätte der variable Zinssatz während der gesamten Laufzeit nicht um mehr als 0,2 Prozentpunkte zum Nachteil des Kunden vom Referenzzins abweichen dürfen. Tatsächlich sei er zeitweise um 0,8 Prozentpunkte zu hoch angesetzt worden. Vor dem Landgericht Münster einigen sich die Parteien schließlich auf einen Vergleich.
Auf Nachfrage von Handelsblatt Online gab das betreffende Finanzinstitut zu dem Fall keine Stellungnahme ab.


4 wichtige Tpps, wie man sich davor schützen kann

einen unabhängigen Finanzierungsberater

einen Zinsgutachter hinzuziehen

Ihre Abbuchungen kontrollieren

Prüfen, ob alle Kosten im Effektivzins berücksichtigt worden sind.

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